Erfolgreicher Bundesparteitag mit großer Ernsthaftigkeit und viel Spaß

Ehrlich gesagt, Flehingen war mir bisher kein Begriff und als die Einladung zu diesem Bundesparteitag kam, der unserer libertären Partei neuen Auftrieb geben sollte, dachte ich: "Oh, wie soll ich denn in dieses badische Kaff kommen?" Doch sicherlich nicht nur ich musste mich revidieren. Unsere Freunde vom Landesverband BaWü haben wirklich Maßstäbe in der perfekten Organisation gesetzt. Also, liebe Freunde, Location klasse, Atmosphäre entspannt, regelrecht familiär, so einen tollen Parteitag habe ich auch während meiner langen FDP-Karriere niemals erlebt. Und wir hatten doch so ein volles Programm, das ich vorher auch verflucht hatte. Ging es doch im Großteil um Satzungsfragen! Warum? Wir wollen anders als die etablierten etatistischen Parteien die Basis auch zwischen den Parteitagen zu unserem stärksten Faktor mit einem hohen Maß an Selbstbestimmung statt nur "Mitbestimmung" machen. Schließlich sind wir eine libertäre Partei, wo das Individuum und seine Freiheit in Eigenverantwortung das höchste Gut ist, also ist Bevormundung durch Bundes- und Landesvorstände für uns keine gute Option. Das muss und hat sich nach oft endloser engagierter aber stets sachlicher Diskussion in den Beschlüssen über die richtigen Satzungsänderungen niedergeschlagen. Natürlich sind wir Sachsen etwas traurig, dass es unser ausgefeilter Antrag zu §13 "Teilnahme-, Rede- und Stimmrecht" mit genialer Formel für den Delegiertenschlüssel es nicht geschafft hat, sich durchzusetzen. Aber wir waren der am stärksten vertretene Landesverband außerhalb des gastgebenden Verbandes und das bei durchschnittlich 450 km Entfernung zu unserer Heimat.
Es gab natürlich Highlights zwischen den arbeitsamen Stunden. So forderte Parteigründer Oliver Janich in seinem Vortrag zum Auftakt die Mitglieder auf, weniger Rücksicht auf die Verunglimpfung unserer Partei als "rechtsoffen", "verstörungstheoretisch" etc. zu nehmen, weil wir in unserem Selbstverständnis eine klassich liberale / libertäre Partei sind, die sich nicht in das zweidimensionale "Rechts-Mitte-Links"-Schema etatistischer Einfältigkeit einordnen lässt und jeden Extremismus, ob religiös, links oder rechts verurteilt, weil er die Freiheit des Einzelnen beeinträchtigt. Wir sollten mehr Mut beim Umgang mit Medien und Kritikern haben, um zu provozieren und aufzufallen, denn "any press is good press", um ihn wörtlich zu zitieren. Unser klares Programm, zu der der Samstagsgastredner Prof. David Dürr trotzdem noch Verbesserungen vorschlug, ist ein klarer Weg in eine freie selbstbestimmte Zukunft.
An den Abenden herrschte Partystimmung und Kreativität, auch beflügelt durch den Auftritt des Präsidenten Vit Jedlicka von Liberland, des zukünftigen libertären Zwergstaates mit Steuerfreiwilligkeit zwischen Kroatien und Serbien an der Donau. Spannend war die Vorstellung seines Projektes und die humorvoller Schilderung der ersten Besetzung des vorher herrenlosen Landstrichs mit den Komplikationen mit der kroatischen Polizei, die sogar zu zeitweisen Festnamen der Akteure führte. Danach kreierten einige Teilnehmer um Bundesgeschäftsführerin Maria Zanke und Bundesgeneralsekretär Dirk Hesse den ersten PdV-Cocktail. Natürlich in blau, bekam er den selbstironischen Namen "Mises Zeug" und für Etatisten gab es eine Gebrauchsanweisung: "Trink das Janich".
Am Sonntag  des Wochenendes 12. bis 14.6. wurde dann auch ein neuer Vorstand gewählt, und es gab auch gleich 3 respektable Kandidaten für den Bundesvorsitz, darunter auch unser Landesvorsitzender Thomas Flach und unser Medienprofi Charles Krüger. Unsere Glückwünsche gingen dann an Friedrich Dominicus, der die Kampfkandidatur gewann. Ihm zur Seite stehen jedoch mit Enrico Pietzsch (Leipzig) und  Charles Krüger (Dresden) zwei sächsische Stellvertreter im neuen Bundesvorstand. Wer sich einen Eindruck vom Parteitag holen will, der sollte sich das Video der Sons of Libertas und die vielen Interviews von Andreas Stein unbedingt ansehen.

Bundesparteitag Flehingen 12. bis 14.06.2015
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