The Forecaster – ein Dokumentarfilm über Martin Armstrong

Welcher Mensch kann schon von sich behaupten, dass er Jahr für Jahr neue Schulden aufnimmt ohne je in Verlegenheit zu kommen sie vollständig zurück zahlen zu müssen? Für Regierungen ist das gang und gäbe. Es gibt jedoch Ausnahmen. Unter all den zahllosen Staaten welche unsere Welt im Laufe der Jahrtausende bevölkert, beherrscht und erobert haben ist Rumänien in 1980 eines der wohl einzigen Länder das seine Staatsschulden an einem Punkt unserer Geschichte einmal beglichen haben soll. So schildert es Martin Armstrong zu Beginn des Dokumentarfilm "The Forecaster". Ein Werk des deutschen Regisseurs Marcus Vetter, das am vergangenen Sonntag, dem 11. Mai 2015 im Programmkino Ost in Dresden vorgestellt wurde. Zu der Veranstaltung welche auch 3 Mitglieder unserer PDV-Sachsen anzog, bot sich dem Publikum zudem die Möglichkeit mit Martin Armstrong persönlich ins Gespräch zu kommen.

1999 verhaftet und angeklagt wegen angeblich milliardenschweren Betrugs wurde Armstrong nach 7 Jahren Beugehaft nicht nur zu einer Freiheitsstrafe verurteilt sondern vermeintlich auch dazu in Vergessenheit zu geraten. Davon berichtet Marcus Vetters Film, welcher sich insgesamt nur einer Fernseharchivaufnahme bedienen konnte. Große Mengen an stundenlangen Filmmaterial welche die Vorgänge Ende der Neunziger Jahre dokumentieren könnten, so die Deutung, wurden entweder vernichtet oder von den Medienanstalten in ihrer Abhängigkeit von US-Investmentbanken unter Verschluss gehalten. Dem entsprechend erklärt Regisseur Marcus Vetter in der anschließenden Publikumsdiskussion, dass er trotz hochqualitativer journalistischer Unterstützung bei keiner einzigen Medienstelle Erfolg auf Herausgabe von Archivmaterial erzielen konnte.

The Forecaster ist ein Film für dessen Handlung man nur schwer einfache Worte findet. Auf der einen Seite stehen große Themen wie Weltwirtschaft, Krise, Marktmanipulation, Banking, Regierungs-/Justizversagen, Rechtsbruch. Auf der anderen Seite begegnet uns der Mensch Armstrong als Ökonom, Researcher, Programmierer, Historiker, Rechtsgelehrter, Münzsammler, Analytiker, Trader, Regierungs-, Finanzinstitutions- und Unternehmensberater. Durch seinen seinen Gerichtsfall zusätzlich auch als Angeklagter, Inhaftierter und nach 7 Jahren in Beugehaft schließlich auch Verurteilter. Ein Fall der von Rechtsbeugung, Einzelhaft und der Justizwillkür scheinbar allmächtiger US-Bundesrichter gesäumt ist. Auf zynische Weise offenbart sich die Tatsache das Armstrong ein Verbrechen vorgeworfen wurde welches Regierungen und ihre symbiotischen Verbündeten schon seit vielen Jahrzehnten in geradezu grotesker Dimension selbst betreiben. Gemeint ist das Ingangsetzen und Aufrechterhalten finanzpolitischer Schneeballsysteme.

Schon deshalb sei der Film jedem kritischen und dynamischen Denker, der es liebt komplexe Zusammenhänge zu verstehen besonders ans Herz gelegt. Martin Armstrong kann die Märkte und Wirtschaft so umfassend und konsistent erklären wie kein Zweiter. Zusammen mit dem Mitarbeiterstab seines Unternehmens Princeton Economics International Ltd. erschuf er die womöglich größten Datenbanken über alle denkbaren Faktoren die in der Weltwirtschaft eine Rolle spielen. Jene stellen in Kombination mit komplexen Computermodellen Zusammenhänge her auf deren Basis sich bessere Vorhersagen über die zukünftigen Marktentwicklungen treffen lassen als man bisher für möglich hielt. Dies wurde dokumentarisch über die letzten 3 Jahrzehnte wieder und wieder belegt. Nicht nur das die Vorhersagen ins Schwarze treffen, viele treten faszinierender Weise auch bis auf den Tag genau ein, obwohl sie Jahre im voraus erstellt wurden. Armstrong's Blog bietet dazu einen großen Schatz an Hintergrundwissen.

Die Handlung des Films spannt dokumentarisch einen Bogen zwischen dem Schicksal eines Einzelnen, der für seine Ideen und sein geistiges Eigentum über 10 Jahre seiner physischen Freiheit geopfert hat, und den damit verbundenen teils weitreichenden Ereignissen internationaler Größenordnung der jüngeren Vergangenheit. Ein Geflecht von Vorkommnissen welche dem Zuschauer einen kleinen Einblick in das ratternde Getriebe der Weltfinanzmaschinerie samt einiger ihrer Akteure gewähren.

Mag sein das nicht jeder allen Gedankengängen Martin Armstrongs beipflichten kann. Doch die spannenden Begebenheiten rund um seine Person und seine Schlussfolgerungen um die Ablehnung der manipulativer Markteingriffe von Seiten der Regierungen, Banken und Zentralbanken lockten ca. 200 neugierige Zuschauer in den ausgelasteten Kinosaal. Dort schloss sich nach Filmende noch eine zweistündige Publikumsdiskussion an, in der das Duo Martin Armstrong und Marcus Vetter ausführlich Rede und Antwort standen. Dieser Umstand macht deutlich das es noch eine Menge Potential für unsere freiheitlichen Ideen unter unseren Mitmenschen zu erschließen gibt. 

Der internationale Dokumentarfilm „The Forecaster“ läuft seit 07. Mai 2015 in ausgewählten Kinos (in manchen Standorten noch bis zum 28.05.) in Deutschland. Er ist gegen Herbst im Fernsehen zu sehen und mit seiner hollywoodreifen Handlung nun auch als Spielfilm geplant. Unserer Meinung ist er auf jeden Fall einen Blick wert. 

Verfasst von Thomas Flach und Tim Tertel

     

Markus Vetter und Martin Armstrong ;  Podiumsdisskusion im vollen Programmkino Ost in Dresden

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