Was ist Liberalismus?

Ich weiß wir haben lange nichts Neues geschrieben, aber jedes hat seine Zeit und wir sind keine Berufspolitiker.

Die Bundestagswahl 2017 lassen wir mal außen vor, es wird sowieso noch lange ohne uns Kleinstparteien koaliert.

Da ich persönlich der Meinung bin, die nicht jeder mit mir teilen muss, dass schon fast alles über die grundlegenden Fragen des Liberalismus geschrieben ist, danke ich André Lichtschlag für seine Zeitschrift „eigentümlich frei“, hier konnte ich einiges Grundlegendes über Wilhelm Röpke erfahren.

Dieser hatte ein kleines Heftchen, man kann schon sagen eigentlich nur ein Traktat, 1947 im Verlag Schulte – Blumke verlegen lassen.

 

Der Titel des Büchleins „Das Kulturideal des Liberalismus“.

 

Das wichtigste dabei ist, das hier eine Definition des Liberalismus zu finden ist, zu der jeder Liberale stehen kann, unabhängig von seiner Lesart des Liberalismus.

Also beginnen wir:

 

–- Was ist Liberalismus? ---

 

Er ist humanistisch:

d. h. er geht von der zum Guten fähigen und erst in der Gemeinschaft sich erfüllenden Natur des Menschen, von seiner über seine materielle Existenz hinausweisenden Bestimmung und von der Achtung aus, die wir jedem als Menschen in seiner Einmaligkeit schuldig sind und die es verbietet, ihn zum bloßen Mittel zu erniedrigen.

Er ist daher individualistisch oder, wenn man das lieber hört, personalistisch:

d. h. entsprechend der christlichen Lehre, dass jede Menschenseele unmittelbar zu Gott ist und als ein abgeschlossenes Ganzes zu ihm eingeht, ist die einzelne menschliche Person das letztlich Wirkliche, nicht aber die Gesellschaft, so sehr auch der Mensch nur in der Gemeinschaft, in ihrem Dienste und möglicherweise in der Aufopferung für sie die ihm gesetzte Erfüllung finden kann.

Der Liberalismus ist daher antiautoritär:

d. h. bei aller Bereitschaft dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, hütet er sich klug von jeder Gemeinschaftsromantik, die die staatliche Organisation zum Gegenstand eines mystischen Kultes, zu einer Art von Supraorganismus oder gar zum Gott macht, und ebenso widerstrebt er männlich den Kaiser, wenn er mehr fordert als was des Kaisers ist.

Der Liberalismus ist daher universal:

d. h. indem er humanistisch, personalistisch und antiautoritär ist und den Menschen als solchen respektiert, während er sich vor der Vergottung des Staates hütet, widerstrebt an der Übersteigerung des Patriotismus zum Nationalismus und damit dem Machiavellismus und dem Imperialismus.

 

Mit alledem ist er schließlich rationalistisch in dem zunächst noch nicht kritisch gemeinten Sinne, dass der Liberale als Humanist allen Menschen die nämliche Vernunft zuschreibt, als Personalist in ihr „des Menschen allerhöchste Kraft“ sieht, als antiautoritärer und universaler Sozialphilosoph aber die Vernunft zum Richter macht, vor dem sich die Torheiten, Lügen und Bosheiten der Menschen zu verantworten haben. ---

 

Dem es weiter nichts hinzuzufügen.

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